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EGFR-Blocker
Mit dem „Epidermal Growth Factor Receptor”
(deutsch: Epidermaler Wachstums-Faktoren Rezeptor) ist vor einigen Jahren
eine solche Entdeckung gemacht worden.
Der EGF-Rezeptor sitzt, ähnlich wie der HER2neu-Rezeptor, auf der Zellmembran.
An seinem unteren Ende ragt die sogenannte Tyrosin-Kinase ins Zellinnere.
Binden EGF-Moleküle auf der Außenseite
der Zelle an die EGF-Rezeptoren, so wird von der Tyrosin-Kinase des EGF-Rezeptors
eine komplexe chemische Reaktion im Zellinneren ausgelöst, die zur
Teilung der Krebszelle führt.
Um diesen Prozeß zu unterbinden ergeben sich deshalb zwei verschiedene
Ansätze:
| 1.) |
Man kann verhindern, dass ein EGF-Molekül
am EGF-Rezeptor andockt. Dies kann z.B. dadurch geschehen, dass ein
Medikament, dessen Wirkstoff eine ähnliche Struktur wie das EGF-Molekül
aufweist, an dessen Stelle den Rezeptor besetzt. |
| 2.) |
Ebensogut ist es möglich die
Tyrosin-Kinase des EGF-Rezeptors im Zellinneren zu blockieren. Die
EGF-Moleküle besetzen die Rezeptoren dann zwar noch, aber im
Zellinneren wird die chemische Reaktion, die den Zellteilungsprozess
auslöst, nicht in Gang gesetzt. |
Das
Wirkprinzip des am weitesten entwickelten Wirkstoffs unter den EGFR-Hemmern
entspricht der zweiten Methode. Gefitinib ist also eigentlich ein EGFR-Tyrosin-Kinase-Hemmer.
Dieser Wirkstoff ist bereits in mehreren Ländern, u.a. in den USA,
unter dem Handelsnamen IRESSA® zur Behandlung von nicht-kleinzelligem
Lungenkrebs zugelassen.
Erste Phase-II-Studien mit Gefitinib bei metastasiertem
Brustkrebs lassen die berechtigte Hoffnung zu, dass der Wirkstoff auch
in der Brustkrebstherapie eine echte Alternative darstellen wird.
Robertson verglich in seiner Studie das Therapieansprechen auf Gefitinib
von Patientinnen mit östrogenrezeptorpositivem, tamoxifenresistenten
Brustkrebs mit dem Ansprechen bei Patientinnen mit östrogenrezeptornegativem
Brustkrebs. Alle Patientinnen waren bereits in einem stark metastasierten
Stadium. Trotzdem konnte in der Gruppe der Tamoxifenresistenten Patientinnen
noch bei 66% eine Krankheitsstabilisierung oder sogar eine Verbesserung
des Zustands erreicht werden. Allerdings war die Studiengruppe noch sehr
klein, so dass die Ergebnisse noch nicht auf eine große Patientengruppe
übertragen werden können. Die genannte Studie wird aber mit
zusätzlichen Patientinnen fortgeführt. Darüber hinaus untersuchen
weitere Studien gerade die Wirksamkeit von Gefitinib bei DCIS, beim metastasierten
Brustkrebs nach mehreren Chemotherapien, sowie von Gefitinib in Kombination
mit Taxanen bzw. mit Herzeptin.
Sobald weitere Studienergebnisse vorliegen werden wir Sie an dieser Stelle
informieren.
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