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Wundheilungsstörungen
und das Problem des ”dicken Armes” (Armlymphödem)
Nach einer Brustoperation können, wie nach
jedem chirurgischen Eingriff, Komplikationen auftreten. Die damit zusammenhängenden
Probleme lassen sich jedoch in den meisten Fällen ohne Schwierigkeiten
meistern. Wundheilungsstörungen zeigen sich in der Regel bereits während
des stationären Aufenthaltes und können so sofort behandelt werden.
Ihre Klinikentlassung wird sich dadurch kaum verzögern.
Etwas anders verhält es sich mit dem bereits
erwähnten Armlymphödem. Das daraus gelegentlich entstehende
Beschwerdebild des ”dicken Armes” kann unter Umständen
erst Wochen oder gar Jahre nach der Operation auftreten. Es ist bei den
heute angewandten, schonenden Operationsverfahren jedoch selten geworden.
Der ”dicke Arm” lässt sich darüber hinaus durch
konsequente Einhaltung bestimmter Vorbeugemaßnahmen fast immer vermeiden.
Die entsprechenden Regeln leuchten sofort ein, wenn man sich den Entstehungsmechanismus
des Lymphödems vor Augen führt.
Verantwortlich für den ”dicken Arm”
ist ein Stau der Gewebsflüssigkeit (Lymphe), die – in mancher
Hinsicht vergleichbar mit dem Blut – normalerweise über die
Lymphgefäße der Achsel abtransportiert wird.
Wir hatten bereits darauf hingewiesen, dass diese Lymphgefäße
bei der Operation zu einem Teil unterbrochen werden müssen. Der Abfluss
ist deshalb eingeschränkt. Unter normalen Bedingungen reicht die
verbleibende Transportfähigkeit aber aus. Der oben angeführte
Stau macht sich nur in besonderen Situationen bemerkbar, z.B. bei vermehrtem
Anfall von Lymphe oder bei einer zusätzlichen Behinderung des Abflusses.
Nützliche Tipps zur Vorbeugung des
Armlymphödems
Zur Vorbeugung des Armlymphödems gilt es also
alles zu vermeiden, was zu einer erhöhten Produktion von Lymphe oder
einer Abflussbehinderung führt.
Ganz generell ist hier zunächst eine verstärkte Durchblutung des
Armes zu nennen, wie sie beispielsweise bei starker Anstrengung und größerer
Hitze beobachtet werden kann. Selbst Gesunde bemerken an heißen Sommertagen,
dass Arme und Beine plötzlich anschwellen! Im einzelnen sollten Sie
– ohne übervorsichtig zu werden – auf folgendes achten:
Die genannten Ratschläge zur Schonung des Armes
sollten Sie aber nicht dazu veranlassen, ihn überhaupt nicht mehr
zu benutzen. Derartiges Verhalten wäre genauso ungünstig wie
eine Überbeanspruchung. Es gilt hier, ein vernünftiges Mittelmaß
zu finden. Wenn Sie sich ausruhen, fernsehen, Musik hören oder ein
Buch lesen, können Sie den Arm über Herzhöhe lagern und
so zusätzlich zur Vermeidung des Lymphödems beitragen. Beim
Spazierengehen wird es oft als angenehm empfunden, die Hand des operierten
Armes in die Tasche zu stecken und so der Muskulatur die Möglichkeit
zur Entspannung zu geben.
Der Arm wird trotzdem
dick – was tun?
Sollte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Armlymphödem
einstellen, so ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen. Er wird sich dann
um die weitere Behandlung kümmern. Es gibt eine Reihe von erfolgversprechenden
Maßnahmen, die nicht an einen Klinikaufenthalt gebunden sind. Grundprinzip
der Behandlung ist die Entstauung durch physikalische Mittel (Hochlagern,
Übungen zur Förderung des venösen Rückflusses, Kälteanwendung,
Kompressionsstrümpfe). Außerdem kommen Lymphdrainagen in Frage,
die aber nur von speziell dafür ausgebildeten Therapeuten vorgenommen
werden dürfen. Sie können sonst mehr schaden als nützen!
Der Einsatz von Medikamenten zur Entwässerung ist nicht sinnvoll.
Kühlende Salben oder Gels bringen nur vorübergehend Erleichterung.
Verzichten Sie nicht
auf sportliche Betätigung
Die Hinweise zur Vorbeugung und Behandlung eines Armlymphödems sollten
Sie nicht dazu veranlassen, nach Ihrer Operation grundsätzlich auf
sportliche Betätigung zu verzichten. Körperliches Training ist
dazu geeignet, den gesundheitlichen Allgemeinzustand zu verbessern und
kann Ihnen zusammen mit gesunder Lebensweise helfen, Ihre Erkrankung zu
überwinden. Darüber hinaus stellt Sport heute für viele
Menschen ein wichtiges Stück Lebensqualität dar: er vermittelt
Gemeinschaftserlebnisse, die Sie sich nicht entgehen lassen müssen.
Es ist allerdings schwierig, an dieser Stelle allgemein
verbindliche Ratschläge dafür zu geben, welche Sportarten zu
empfehlen sind und worauf Sie lieber verzichten sollten. Wir können
Ihnen nur raten, sich vorsichtig an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit heranzutasten.
Halten Sie sich immer vor Augen, wie ein Armlymphödem entsteht und
achten Sie sorgfältig auf erste Symptome dieser Komplikation. Wandern,
Jogging und Schwimmen sind innerhalb vernünftiger Grenzen sicher
unbedenklich. Es gibt jedoch auch Frauen, die nach einer Brustoperation
ohne Probleme Tennis oder Golf spielen. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren
Arzt befragen.
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