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Bestrahlung
Bei der Strahlentherapie werden hoch-energenisierte
Röntgenstrahlen zur Behandlung von Krebs eingesetzt, die die Krebszellen
im behandelten Bereich zerstören können. Die Strahlentherapie
hat auch Auswirkungen auf die gesunden Zellen in der behandelten Körperregion.
Diese sind aber normalerweise in der Lage sich von diesen Auswirkungen zu
erholen.
Das Ziel der postoperativen (adjuvanten) Strahlentherapie ist es, in der
Brust verbliebene Krebszellen zu vernichten, um das Risiko des Wiederauftretens
eines Tumors an derselben Stelle (Lokalrezidiv) zu reduzieren.
Wenn in den Lymphknoten Metastasen gefunden wurden, werden auch die Lymphknoten mitbestrahlt, außer sie wurden komplett entfernt.
Wenn Ihre Lymphknoten operativ oder durch Radiotherapie behandelt wurden
sollten Sie darauf achten, das Risiko eines Armlymphödems zu reduzieren.
Mehr Informationen dazu finden Sie im Kapitel „Vorbeugung des Armlymphödems“.
Bestrahlung nach brusterhaltender Operation
Nach brusterhaltender Operation gilt die
Bestrahlung der Restbrust als Standard, da die positiven Effekte deutlich
sind:
Ohne Nachbestrahlung nach einer brusterhaltenden Operation kommt es bei
etwa jeder dritten Patientin zu einem Wiederauftreten des Tumors innerhalb
der Restbrust. Dieser Anteil kann durch die Nachbestrahlung auf unter 5%
gesenkt werden (Varonesi U. et al., NEMJ 1981;105;6-11).
Bestrahlung nach Mastektomie (Entfernung
der Brust)
Auch nach einer Entfernung der Brust kann die Strahlentherapie sehr sinnvoll
sein, denn auch hier sind Lokalrezidive, insbesondere dann, wenn axilläre
Lymphknoten befallen sind, nicht selten.
Bestrahlt wird dann die Thoraxwand und die Ablationsnarbe.
In der Dänischen Studie (Overgaard M. et al., NEJM 1997; 337: 949-955)
führte die Bestrahlung zusätzlich zur Operation und CMF-Chemotherapie
bei mastektomierten Hochrisikopatientinnen zu einer Reduktion des Auftretens
von Lokalrezidiven von 32% auf 9%.
| Die Bestrahlung nach einer Mastektomie
ist indiziert, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist: |
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Primärtumor
T3 oder T4 |
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Befall der Pektoralismuskulatur
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Lymphangiosis carcinomatosa |
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Alter unter 35 Jahre |
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mindestens 4 axilläre Lymphknoten
befallen (N1, bii), Ausdehnung der Lymphknotenmetastasen über
die Lnn-Kapsel hinaus (N1, biii), Lymphknotenmetastasen von 2 cm oder
mehr (N1, biv) |
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Wenn es fraglich ist, ob die Resektionsränder
tumorfrei sind oder diese eindeutig positiv sind und eine Nachoperation
nicht möglich ist. |
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| Darüber hinaus kann die Bestrahlung
auch erfolgen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
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Medialer Quadrantenbefall |
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Grading G3 |
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Hormonrezeptornegativer Tumor |
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Extensive intraduktale Komponente |
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1-3 axilläre Lymphknotenmetastasen |
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Diffuser Mikrokalk in der abgenommenen
Brust |
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Vorausgegangene wiederholte Biopsien |
Nebenwirkungen der Strahlentherapie
Akute Nebenwirkungen, die während der
Strahlentherapie, oder maximal in den 3 darauffolgenden Monaten, auftreten
betreffen fast ausschließlich die Haut und die Schleimhäute (z.B.
trockene Dermatitis). Spätfolgen, wie z.B. schwere Hautveränderungen oder
kardiale Veränderungen bei linksseitigem Tumor, treten inzwischen aufgrund
der deutlich reduzierten Strahlendosis bei den moderneren Geräten wesentlich
seltener als früher auf. Über die Langzeitnebenwirkungen der Kombination
der Radiotherapie mit intensiven Chemotherapieregimen, wie Taxanen oder
Antrazyklinen liegen bisher noch keine ausreichenden Daten vor.
Ergänzende Wirkung von Strahlentherapie
und systemischer adjuvanter Therapie
Die Strahlentherapie und die systemische
adjuvante Therapie ergänzen sich in ihrer Wirkung. Die Wirksamkeit der adjuvanten
systemischen Therapie ist umso größer, je früher sie nach der Operation
begonnen wird. Basierend auf den Leitlinien in der Radioonkologie der Kommission
"Qualitätssicherung in der Radioonkologie" ergeben sich folgende Empfehlungen
für den zeitlichen Ablauf der adjuvanten Therapie:
| I. Alleinige
Radiotherapie |
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II. Radiotherapie
und
Hormontherapie |
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III. Radiotherapie
und
Chemotherapie |
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Beginn
der Strahlentherapie frühestens 2-3 Wochen (abgeschlossene Wundheilung),
spätestens 8 Wochen nach der Operation |
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Beginn
der Hormontherapie möglichst bald nach der Operation |
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Beginn
der Chemotherapie möglichst bald nach der Operation |
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Beginn
der Strahlentherapie unabhängig von der Hormontherapie (frühestens
2-3 Wochen, spätestens 8 Wochen nach der Operation) |
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bei CMF-Chemotherapie:
simultane Radio-Chemotherapie |
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bei AC- oder EC-Chemotherapie:
4x EC dann Radiotherapie |
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