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GnRH-Analoga Die Zellwucherung bei den meisten Mammakarzinomen, egal ob Tumor oder Metastase, benötigt für ihr Wachstum bestimmte Hormone.Diese Hormone, sogenannte Östrogene, werden vom weiblichen Körper vor den Wechseljahren hauptsächlich in den Eierstöcken produziert. GnRH-Analoga sind künstlich hergestellte Hormone, die die Bildung dieser Östrogene verhindern, indem sie die Ausschüttung der Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel stimmulierndes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hemmen. Diese Hormone sind für das Heranreifen der Eizellen in den Eierstöcken verantwortlich, währenddessen auch die Produktion von Östrogen stattfindet. Da mit der Verwendung des GnRH-Analoga kein LH und kein FSH mehr von der Hirnanhangdrüse produziert wird und zu den Eierstöcken gelangt, findet auch die Heranreifung der Eizellen und die damit verbundene Östrogenproduktion nicht mehr statt. Die Krebszellen werden daraufhin nicht mehr mit Östrogen versorgt und deshalb in ihrem Wachstum gebremst.Die körpereigene Abwehr wird mit solchen „gebremsten“ Krebszellen weitaus leichter fertig und kann ihre Ausbreitung im Körper eindämmen. Über die oben dargestellte Wirkung hinaus, wird ein direkter Einfluss der GnRH-Analoga auf die Tumorzellen diskutiert. Bei in-vitro-Versuchen mit menschlichen Brustkrebszellen wurde ein wachstumshemmender Effekt der GnRH-Analoga festgestellt, der durch den Nachweis von spezifischen GnRH-Rezeptoren an den Krebszellen erklärt werden kann. Nebenwirkungen GnRH-Analoga werden seit 1990 in Deutschland zur Behandlung des Mammakarzinoms bei Frauen vor der Menopause eingesetzt. Seitdem wurden mehrere Zehntausend Frauen damit behandelt. Nebenwirkungen, wie sie von chemotherapeutischen Behandlungen bekannt sind, z.B. Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall treten bei der Behandlung mit GnRH-Analoga normalerweise nicht auf. Durch die Hemmung der Östrogen-Produktion bleibt ein bis zwei Monate nach Beginn der Therapie normalerweise die Regelblutung aus. Wechseljahre und Menopause werden also künstlich herbeigeführt.Dementsprechend sind die Nebenwirkungen, die während einer GnRH-Agonisten-Therapie auftreten können, typische „Wechseljahrsbeschwerden“, wie beispielsweise Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Solche Nebenwirkungen müssen aber bei Ihnen nicht auftreten, genauso wie viele Frauen keinerlei Wechseljahrsbeschwerden haben, wenn ihr Körper auf natürlichem Weg die Östrogenproduktion einstellt. Begriffserklärungen Wenn Sie sich noch an anderer Stelle über Krebstherapie informieren, so werden Sie anstelle von GnRH villeicht den Begriff „LHRH“ finden. Damit ist im Prinzip dasselbe Hormon gemeint. GnRH steht für „Gonadotropin Releasing Hormon“, was soviel bedeutet wie „Hormon, das Gonadotropine freisetzt“ (engl. release=freisetzen). Gonadotropin ist jedoch ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Hormonen. Zu dieser Gruppe gehören LH (Luteinisierendes Hormon), FSH (Follikelstimulierndes Hormon) und LTH (Luteotropes Hormon). In Zusammenhängen, bei denen es vor allem um die Freisetzung von LH geht wird dann das GnRH auch als LHRH (LH Releasing Hormon) bezeichnet, also das „Hormon, das das Luteinisierende Hormon freisetzt“. |
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