ABCSG-5

Die Austrian Breast Cancer Study Group (ABCSG) verglich in der ABCSG-5 Studie eine 6-monatige CMF-Chemotherapie mit einer antihormonellen Kombinationstherapie aus dem GnRH-Antagonisten Zoladex und dem Antiöstrogen Tamoxifen. Eine solche Kombination wird auch komplette Östrogenblockade genannt, da sowohl die Entstehung der Hormone durch den GnRH-Antagunisten unterdrückt, als auch die Wirkung des Restöstrogens im Tumor durch das Antiöstrogen verhindert wird. Eine solche Kombination erschien sinnvoll, da Tamoxifen alleine in der Prämenopause häufig nicht die gewünschte Wirksamkeit zeigte. Die Ursache dafür wird im relativ hohen Östrogenspiegel im Blutkreislauf gesehen.

In der ABCSG-5-Studie wurde Zoladex über 3 Jahre und Tamoxifen über 5 Jahre verabreicht. Insgesamt nahmen an der Studie 1034 prä- und perimenopausale Patientinnen mit hormonempfindlichen Brustkrebs in den Stadien I und II teil.

Die Ergebnisse nach einer Nachbeobachtungszeit von ca. 5 Jahren zeigten:

Die komplette Östrogenblockade ist bei Frauen mit hormonempfindlichen Tumoren der CMF-Therapie überlegen. Das Risiko eines erneuten Auftretens der Krankheit war unter der anti-hormonellen Therapie relativ um ca 21% geringer als unter der Chemotherapie. Es kam insbesondere wesentlich seltener zu Lokalrezidiven, also einem erneuten Auftreten der Erkrankung in derselben Brust.

Die anti-hormonelle Therapie war sehr gut verträglich. Lediglich Hitzewallungen traten häufig auf. In der Chemotherapie-Gruppe kam es vermehrt zu Übelkeit und Haarausfall, aber auch in dieser Gruppe kam es häufig zu Hitzewallungen. Sie wurden insbesondere bei denjenigen Frauen beobachtet, deren Regelblutung unter der Chemotherapie aufhörte.

Fazit:
Die Kombination aus dem GnRH-Antagonisten und Tamoxifen ist in der adjuvanten Behandlung von östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs im frühen Stadium wirksamer als die Chemotherapie und dabei besser verträglich.

Quelle: Jakesz et al.; JCO 2002