ATAC (Arimidex, Tamoxifen Alone or in Combination)

Die ATAC-Studie vergleicht die adjuvante Therapie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol mit der Therapie mit Tamoxifen und der kombinierten Therapie mit beiden Präparaten.
Sie startete Ende 1998 und dauert noch an. Inzwischen liegen Daten einer Wirksamkeitsanalyse von 4 Jahren vor. Eine abschließende Beurteilung des Gesamteffektes sowie der Langzeitnebenwirkungen wird erst in einigen Jahren möglich sein.

Die Ergebnisse der 4-Jahres-Daten zeigen, dass die Rezidivrate in der Anastrozolgruppe relativ um 17%, bei Frauen mit gesichertem rezeptorpositiven Tumoren sogar um 22% niedriger waren.

Der absolute Unterschied bezüglich Krankeitsfreiheit betrug nach den 4 Jahren bei rezeptorpositiven Frauen 2,9% (siehe Abb.).


Nebenwirkungen
Die Auswertungen zeigten, dass Anastrozol besser vertragen wird, als Tamoxifen.
Schwere Nebenwirkungen traten unter Anastrozol nur halb so häufig auf wie unter Tamoxifen (3,1% vs. 6,6%). Endometriumkarzinome (Gebärmutterkrebs) waren unter Anastrozol ca 85% seltener, Vaginalblutungen, zerebrovaskuläre Ereignisse und thromboembolytische Komlikationen traten nur halb so oft auf wie unter Tamoxifen.




 

Lediglich Gelenk-Muskel-Beschwerden und altersbedingte Knochenbrüche wurden im Anastrozol- Arm häufiger registriert. Allerdings stieg das relative Frakturrisiko unter Anastrozol im Verlauf der Studie nicht weiter an. Prof. A. Budzar (Houston, Texas) betonte bei der Vorstellung dieser Ergebnisse auf der 25. San Antonio Brustkrebskonferenz im Dezember 2002, dass diese Ergebnisse von Anastrozol nicht auf andere Aromatasehemmer übertragen werden können, da sich diese strukturell und pharmakologisch unterscheiden.

Fazit:
Anastrozol ist besser wirksam als Tamoxifen und dabei besser verträglich.

Info:
Im Dezember 2002 wurde Anastrozol als erster Aromatasehemmer für die adjuvante Brustkrebstherapie bei Frauen in der Postmenopause in Deutschland zugelassen. Da für die relativ junge Medikamentenklasse der Aromatasehemmer noch keine Langzeitüberlebensdaten vorliegen, beschränkt sich die adjuvante Zulassung gegenwärtig auf die Anwendung bei Patientinnen, bei denen Kontraindikationen gegen Tamoxifen bestehen, wie z.B. ein erhöhtes Risikos für Thromboembolien oder Veränderungen des Endometriums unter Tamoxifen.